Tributes Home Page    PDF Format

Tributes to Godwin

Godwin - Der Sanfte Riese

Ein Porträt von Paul Köppler

(English Translation of the following)

In der vergangenen Ausgabe von U&W (Nr. 32, S. 29) meldeten wir den Tod des Meditationslehrers Godwin Samararatne am 22. März. Paul Köppler, der ihn gut kannte, würdigt nachfolgend das Werk des von vielen geschätzten Meisters.

Godwin Samararate wurde 1932 in Sri Lanka geboren. Über sein Leben und sich selbst hat er kaum etwas erzählt, denn Bescheidenheit und Zurückhaltung waren sein Lebensausdruck. Nach einem Studium wurde er Bibliothekar und in dieser Zeit begegnete er der Meditation. Als schließlich ein Übungszentrum in Nilambe (nahe Kandy) gegründet wurde, gab er Beruf und Sicherheit auf und sorgte für den Betrieb. Im Laufe der Zeit wurde er zum Hauslehrer, der er bis zu seinem frühen Tod im März 2000 blieb.

Bald schon kamen die ersten Sucher auf dem spirituellen Weg in das abgelegene Hügelland und von Anfang an hatte der dunkelhäutige, freundlich lächelnde Singhalese eine besondere Wirkung auf die seltsamen Westler. So blieb es nicht aus, dass er bald nach Europa eingeladen wurde und in wenigen Jahren eine große Anzahl von Zentren und Schülern auf der ganzen Welt hatte, die er regelmäßig besuchte und von denen er als Freund und Meister (ohne Titel) verehrt wurde. Seinem Namen folgend wurde er zum große Gewinn für alle, die ihm begegneten.

Trotzdem scheint es so, als hätte er fast im Verborgenen gearbeitet. Beeinflusst von großen Buddhisten wie dem Ehrwürdigen Nyanaponika hatte er seinen Weg mehr oder minder selbst gefunden, und so war es ihm immer auch ein großes Anliegen, den Menschen zu helfen, aus dem großen Medizinschrank des Buddha ihre eigene Medizin zu finden. Es gibt von ihm keine Schriften und Bücher, keine großen Medienereignisse und spektakuläre Auftritte. Dennoch bin ich überzeugt, dass die Wirkung seiner Worte und Lehren für die Entwicklung eines zeitgemäßen Buddhismus ungeheuer groß ist. (Derzeit werden zahlreiche seiner Vorträge gesammelt und archiviert, um sie später anderen zugänglich zu machen, vielleicht auch als Buch.)

Eine seiner großen Leistungen lag darin, West und Ost auf geniale Weise zu verbinden. Niemand konnte so sehr die Eigenarten und Verrücktheiten unserer westlichen Denkart verstehen und damit heiter arbeiten, obwohl er völlig in der buddhistischen Tradition wurzelte und auch als Laie im Grunde einfach wie ein Mönch lebte. Eine entscheidende Wende in seiner Lehrtätigkeit vollzog er, als er merkte, dass die Übung der Meditation die Menschen oft noch unfähiger machte, in ihrem Alltag auf glückliche Weise zu leben. Von da an öffnete er den Bereich der Übung und von da an gab es kein „Hindernis", das er nicht in die Praxis integrierte. Ob es das Geräusch eines nervenden Rasenmähers war oder der eigene innere Schatten ? alles wurde zum Objekt der Einsicht. Schließlich forderte er die Übenden geradezu auf, sich ihren Dämonen zu stellen und sie einzuladen. Die mühelose und praktikable Verbindung zur modernen Psychologie herzustellen war eine andere große Leistung.

Wie jeder große Lehrer hatte er die natürliche Fähigkeit, auf eine Art präsent zu sein, die die ganze Schwingung veränderte. Er war ein Lehrer, der sich völlig für andere einsetzte, der da war ? zum Anfassen, zum Zuhören und Lachen. Besonders sein köstlicher Humor und seine ansteckende, fast schon kindliche Heiterkeit haben viele Menschen tief bewegt und ermuntert, selbst über die eigenen Schwächen zu lachen.

Er war einer der Ersten, der viele neue Elemente wie Yoga, Massage, Reiki und Singen in seine Kurse integrierte, und eines seiner liebsten Themen war es, uns klarzumachen, dass wir zunächst unser eigenes Selbstwertgeflühl stärken sollten, um fähig zu werden, in die Tiefe zu gehen und andere wirklich selbstlos zu lieben (wie er es tat). In den letzten Jahren hatte er noch ein weiteres Werk ins Leben gerufen: zahlreiche Hilfsprojekte in Sri Lanka für arme und kranke Menschen, besonders für krebskranke Kinder.

Wie zu Buddhas Zeiten lebt sein Werk in den Köpfen, Herzen und Taten zahlloser Menschen weiter, die bei ihm die wahre Praxis gelernt haben. Mögen die Samen, die er gelegt hat, in uns aufblühen und die Welt positiv verändern.

 

(translation of above)

Godwin - The Gentle Giant

A Portrait by Paul Köppler

Godwin Samararatne was born in Sri Lanka in 1932. He didn't speak much about himself or his life as he was always most modest and reserved in regard to these matters. After his studies he became a librarian, and it was during this time that he came across meditation. When eventually a meditation centre at Nilambe near Kandy was established, Godwin left the security of his profession to look after the running of the place. Over time he became the resident teacher at the centre, where he taught until his premature death in March 2000.

Soon the first spiritual seekers found their way to the remote centre in the Hill Country. With his friendly smile Godwin made a good impression on the strange Westerners from the beginning. Thus it soon followed that he was invited to Europe, and within a few years he had a huge amount of centres [where he was invited to teach] and students all round the world, whom he visited regularly and who referred to him as a friend and master (but without the title). Living up to his name he became a great good to all those who met him, although he worked for other's benefit in an almost hidden way.

Though influenced by eminent Buddhists like Ven. Nyanaponika he found the path more or less by himself, and it was one of his concerns to help others find the medicine they needed out of the Buddha's great medicine-store.

He wrote no books, held no great media events or spectacular public appearances, nevertheless I am convinced that the effect of his words and teachings is immensely important for the development of modern Buddhism. At the moment many of his recorded talks are being collected and being transcribed and made available for those interested in them, and they may well be published in book form also.

One of his great achievements was that he had a genius for bringing together East and West. Nobody could understand the peculiarity and craziness of our Western way of thinking and work more humorously with it than Godwin could, even though he was completely rooted in the Buddhist tradition and even as a layman lived very simply, like a monk.

He initiated a crucial turn in his teaching when he realised that the practice of meditation often left people less able to live their daily lives in a happy way. Because of this he opened up the practice, and there were no obstacles that he wasn't able to integrate, whether the disturbing sound of a lawnmower, or one's own inner chatter, they were all made vehicles for insight. He encouraged his students to invite their `monsters' into the practice and them to face up to them. This effortless and practical connection to modern psychology was another great achievement of his.

Like any other great teacher he had the natural ability to affect the whole atmosphere around him. he was a teacher who completely supported others. he was there for others, to be touched, to listen to and to laugh with them also. Especially his delightful humour, and almost childlike cheerfulness touched many people deeply and encouraged them to laugh at their own shortcomings also.

He was one of the first Buddhist teachers to introduce elements like yoga, massage, reiki and singing into his meditation courses. One of his favourite topics was that we first have to strengthen our own self-confidence before we can go into the depths and truly find out how to love others unconditionally (as he himself did).

In his last years he started numerous aid projects to help the poor and sick in Sri Lanka, and in particular children suffering from cancer.

As with the Buddha, Godwin's work lives on in the minds, hearts, and acts of countless people who learned the true praxis from him. May the seeds he sowed blossom in all of us and change the world in a positive way.